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Das um 1814/15 entdeckte Chromgelb kam im 19. Jahrhundert in den
Handel. Da es als nicht stabil galt, setzte sich immer mehr Cadmiumgelb
als Gelbpigment durch. Noch farbintensiver war das Strontiumgelb. Diese
neuen, farbintensiven Pigmente verdrängten die bis dahin
verwendeten Klassiker, wie den gelben Ocker und das Neapelgelb. Diese
werden heute aufgrund ihrer Beständigkeit und Subtilität
erneut unter Sammlern sehr geschätzt.
  
Dieser brillant rote Farbton wird aus dem Absud
der weiblichen Cochenille-Läuse gewonnen. Auf dem Substrat von
Kreide verwandelt sich das ursprünglich lösliche Gelb des
Purpurs in ein unlösliches Purpurpigment. Dieses sehr gut
färbende Pigment verhilft u.a. dem »Campari« zu seiner
typischen Farbe.
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In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts kam das
sehr beständige, grünstichige Coelinblau auf den Markt, das
wegen seines hohen Preises nur zu Künstlerfarben verarbeitet wird.
Als Aquarellfarbe ist es noch schwieriger herzustellen als Kobaltblau.
  
Zum Färben von Harz- und Ölfirnissen und
als rote Lüsterfarbe auf Blattgold oder Blattsilber benutzten die
Künstler Drachenblut. Man stellte es aus dem roten,
alkohollöslichen Harz einer Drachenbaumart (Liliazee, Afrika) oder
den Früchten einer auf den südostasiatischen Inseln
wachsenden Rotangpalmenart her. Der daraus resultierende Ton ist
aufgrund seiner Tiefe besonders anmutig und schön, in alter Textur
allerdings nicht mehr erhältlich und somit sehr exklusiv.
  
Ein natürliches, durch Verkohlen von echtem Elfenbein gewonnenes
Pigment, das heute nicht mehr erhältlich ist. Dieses matte und
edle Schwarzpigment enthält neben Kohlenstoff noch Reste von
phosphorsaurem Kalk sowie andere lösliche Salze.
  
Die Alchemie des Mittelalters kannte bereits sehr schöne dunkle
bis violettstichige Eisenoxide als Abfallprodukte der
altertümlichen Schwefelsäuregewinnung. Das
Herstellungsverfahren dieses roten künstlichen Mineralpigments ist
nicht überliefert und bis heute schwer nachvollziehbar. Alte
Englischrottöne sind nur mehr Sammlern in kleinen Mengen
zugänglich.
  
Dieser intensive Gelbton wird in einem sehr aufwendigen Verfahren aus
dem Milchsaft des Gummiguttbaumes (Hinterindien) gewonnen. Durch die
Verbindung mit Wasser entsteht aus den dunkelbräunlichen
Harzklumpen die hellgelbe Leuchtkraft. Dieser Farbstoff zählt
heute zu den seltensten und zugleich giftigsten Pigmenten der Welt.
  
Indigo heißt »der Indische«. Aus Indien stammend
wurde der Farbstoff ursprünglich aus den Blättern tropischer
Indigofera-Arten gewonnen, die mit Urin vergoren wurden. Der in Europa
produzierte Farbstoff aus dem Waid- und Färberknöterich ist
weniger intensiv als sein indisches Pendant. Seit 1897 wird Indigo
künstlich hergestellt. Aufgrund der aufwendigen Gewinnung ist
selbst dieses Kunstprodukt um ein Vielfaches teurer als Gold
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Dieses künstliche Mineralpigment wurde erst 1775 experimentell
entdeckt. Es wird durch das Verglühen von Tonerdehydrat mit
Kobaltphosphat gewonnen, wobei die Qualität des Farbstoffes von
hohen Erfahrungswerten abhängig ist. Dieses Pigment, das gerne in
der Keramikproduktion Verwendung findet, verfügt über
höchste Lichtbeständigkeit. Echtes Kobaltblau zählt
heute zu den teuersten der noch erhältlichen Pigmente.
  
Bereits bei Plinius d.Ä. finden sich Hinweise auf natürliche
Sorten von Krapp, die als »rubia« bezeichnet wurden. Ebenso
wird in mittelalterlichen Liedern der natürliche Wurzelkrapplack
als »Färberröte« erwähnt. Wurzelkrapp wird
aus gut abgelagerten, zermahlenen Wurzeln herausgelöst und in
verschiedenen Konzentrationen verlackt. Dieser Krapplack gehört zu
den wichtigsten roten Farblacken, wurde zu allen Zeiten in der
europäischen Tafelmalerei verwendet und gilt als sehr
beständig.
  
Als Marron wird das aus Zimt gewonnene Farbpigment bezeichnet. Zimt
wird aus der getrockneten Innenrinde verschiedener tropischer
Bäume, vor allem vom Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum zeylanicum),
hergestellt.
  
Der echte Purpurfarbstoff ist einer der teuersten Farbstoffe der Welt.
Er wird aus der Purpurschnecke gewonnen und war im alten Rom den Togen
der Senatoren und früher innerhalb der katholischen Kirche der
Amtstracht der Kardinäle vorbehalten.
  
Eine in einem speziellen Verfahren auf Basis feinst zerriebener
Metallteilchen im Labor hergestellte Lösung, die im Freien oder
durch Bedampfung mittels Salz- und Salpetersäure zum Rosten
gebracht wird. »Rost« wird mit Hilfe von Wasser, Basen und
Ölen unter Einbindung der Natur von Ty Waltinger zum Pigment
erhoben, und somit zu einem Indikator zwischen „Fließen und
Bewahren“.
  
Gelbe Lasurfarben stellten die Künstler aus Pflanzenextrakten her.
Hierfür verwendeten sie Kreuz- oder Gelbbeeren (Schüttgelb),
verschiedene Krokussorten (Safran) und das gelbe Harz der in Ceylon,
Indien und Siam wachsenden Carciniabäume (Gummigutt). Die
intensive Farbe des Safrans ist durch Carotinoide bedingt. Echtes
Safran zählt heute zu den interessantesten, aber auch teuersten
echten Farbpigmenten.
  
Schweinfurter Grün wurde um 1800 in Wien entdeckt und seit 1814 in
größerem Umfang erzeugt. Es gehört zu den
farbintensivsten anorganischen Pigmenten und ist das erste helle,
leuchtende und deckende Grün, das den Künstlern seit Beginn
der europäischen Malerei zur Verfügung stand. Der Nachteil
ist, dass dieses Pigment durch seinen Arsengehalt zu den giftigsten
Pigmenten der Welt zählt. Seine Farbbrillanz ist nur schwer
mittels anderer Farbstoffe zu erreichen.
  
Dieses natürliche Erdpigment, das durch künstlich
herbeigeführten Brand seine rotbraune Farbe erhält, war
vermutlich bereits im Altertum bekannt. Charakteristisch für die
schönsten Sorten von gebranntem Siena ist ein feiner Gelbstich. In
dieser Form ist das Pigment allerdings seit vielen Jahrzehnten nicht
mehr erhältlich.
  
Das schönste und farbstärkste Türkispigment ist
Phtalocyaningrün (Heliogengrün). Das ursprüngliche
Pigment war gemahlener Türkis.
  
Ultramarin tritt sowohl als Mineralpigment wie auch als pflanzliches
Pigment auf. Das natürliche Mineralpigment wird in einem sehr
komplizierten Verfahren aus Lapislazuli gewonnen, wobei die blauen
Anteile von ihren natürlichen Goldeinschlüssen separiert
werden. »Ultra marin« heißt »von jenseits des
Meeres kommend«, wobei sich der Name auf die Herkunft dieses
äußerst teuren Farbstoffes in Persien, Afghanistan und dem
Hindukusch bezieht. In der Malerei des frühen Mittelalters galt
Ultramarin als Farbe des ranghöchsten Heiligen.
  
Viktoriagrün bezeichnet ein künstliches Mineralpigment als
Mischgrün aus Permanentgrün und Zinkgelb.
  
Zinnober fand seit dem Altertum weite Verbreitung in China,
Mittelamerika, dem Zweistromland und Ägypten. Als
Schwefelquecksilber ist es hauptsächlich in Form von
kleinen rostroten Kristallen zu finden, die durch mühsames
Zermahlen eine hellrote leuchtende Farbe erhalten. Das echte, sehr alte
Zinnober-Pigment zählt zu den giftigsten Farbtönen der Welt
und ist seit langem nicht mehr erhältlich.
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