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Dieser organische Farbstoff wurde ursprünglich aus den Blättern tropischer Indigofera-Arten gewonnen. Der in Europa produzierte Farbstoff aus dem Waid- und Färberknöterich ist weniger intensiv als sein indisches Pendant.
Indigoblau fand bereits in der Kunst der alten Ägypter Verwendung. Als »indicum« zählte er in der römischen Malerei zu den beliebtesten Farbstoffen. Seit 1897 wird Indigo künstlich hergestellt.
Gewinnung
Nach der Blüte der Pflanze werden die Stängel geerntet, zerkleinert und unter Einfluss des direkten Sonnenlichtes in Wasser vergoren. Sogenannten »Blaufärbern« war es ursprünglich vorbehalten, die in riesigen Bottichen gesammelte Masse durch stunden- und tagelanges Treten und Stampfen in einen Pflanzenbrei zu verwandeln. Während dieser überaus kräfteraubenden Tätigkeit wurden große Mengen an Alkohol konsumiert, die in Form von Urin der Pflanzenmasse beigemengt wurde. Dabei bildete sich gelblich-weißes wasserlösliches Indoxyl, das jedoch durch die Stampfbewegung mit Sauerstoff versorgt wurde, oxidierte und sich in das wasserunlösliche blaue Indigopigment verwandelte.
Geschichte
Der heute gebräuchliche Begriff »Blau machen« geht auf die Tätigkeit der Blaufärber zurück, die nach erledigter Arbeit entkräftet und vom Alkoholkonsum schwer gezeichnet darniederlagen. Der Ausdruck »you got the Blues« spielt ebenso auf den Zustand nach erhöhtem Alkoholkonsum an.
Die Tuaregs, ein Nomadenstamm in der Sahara, färben seit Generationen ihre Kleidung mit Indigoblau. Auch die mit Indigo gefärbte Haut ist bei den Tuaregs besonders beliebt, da sie als Schönheitsmerkmal gilt.
In der westlichen Welt findet Indigo auch beim Färben von Jeansstoffen Verwendung.
Tony Waltinger: »Ich kam vor vielen Jahren in den Besitz von sehr altem Indigo-Pigment. Besonders beeindruckte mich der Gedanke über die Geschichte dieses organischen Farbstoffes, der über einen jahrzehnte dauernden Weg bis zu mir vorgedrungen war über den Kamelweg der Sahara nach Marokko, Spanien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz, bis ich ihn aufstöberte und verarbeitete. […] Indigo stellt vor allem auch die geistige Basis meiner „Cyclos Pigment Projekte" in der Sahara dar, die seit über zwei Jahren zu einem wichtigen Bestandteil meines künstlerischen Schaffens geworden sind. […] Indigo kann im Grunde nicht als „besonderer" Farbstoff bezeichnet werden, doch durch seine Geschichte und das Alter der von mir verwendeten Pigmente wird es doch überaus wertvoll.«
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